Amor vincit omnia. Medieval Love Songs
Ensemble a chantar



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medieval.org
diverdi.com
Christophorus CHR 77349
2011








Comtessa Beatritz (?) DE DIA · Okzitanien, gegen 1200
01 - A chantar m'er de so q'ieu no volria   [5:49]



Martin CODAX. Cantigas d'amigo
Marc LEWON. Stampida Codaxa, instrumental

02 - Prima & Secunda Pars   [1:42]
03 - I. Ondas do mar de Vigo   [4:04]
04 - Tercia Pars   [1:12]
05 - II. Mandad' ei comigo   [2:27]
06 - Quarta Pars   [1:21]
07 - III. Mia irmana fremosa, treides comigo   [2:39]
08 -  Quinta Pars   [1:24]
09 - IV. Ay Deus, se sab'ora meu amigo   [2:49]
10 - Sexta Pars   [1:03]
11 - V. Quantas sabedes amar amigo   [3:23]
12 - Septima Pars   [1:01]
13 - VI. Eno sagrado en Vigo (Regina KABIS)   [3:11]
14 - Octava Pars   [1:09]
15 - VII. Ay ondas, que eu vin veer   [1:25]



Oswald von WOLKENSTEIN · ca. 1377-1445
16 - Keuschlich geboren   [8:23]

17 - Parlamento   [3:13]
instrumental · Italien 14. Jh

Oswald von WOLKENSTEIN
18 - Ave, mater, o Maria   [4:45]
19 - Treib her, treib überher   [6:05]

20 - Amor mi fa cantar a la francescha   [3:34]
Italien, 14. Jh. · Codex Rossi

21 - CSM 139. Maravillosos e piadosos   [3:49]
instrumental · Spanien 13. Jh. · Cantigas de Santa Maria

22 - Lucente stella   [3:22]
Italien, 14. Jh. · Codex Rossi

Giovanni da FIRENZE · Italien, tätig um 1340-50
23 - Fra mille corvi   [3:36]
instrumental · Bearbeitung, Baptiste Romain

24 - Che ti zova nasconder   [4:43]
Italien, 14. Jh., Codex Rossi

Comtessa de DIA · Text
Bernard de VENTADORN, 1130/40-1190/1200 · Melodie
25 - Ab joi et ab joven m'apais   [2:19]




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Ensemble a chantar


Regina Kabis · Sopran
Manuela Mohr · Flöten
Marc Lewon · Laute, Fidel, Gesang
Baptiste Romain · Fidel, Dudelsack
Murat Coşkun · percussion


en medieval.org Marc Lewon, también toca gittern, nyckelharpa & saz
y según parece él mismo habría proporcionado esta información.



Coproduction with Schloss Tirol
SCHLOSS TIROL · CASTEL TIROLO
Executive producer Schloss Tirol: Siegfried de Rachewiltz
Executive producer MusiContact: Joachim Berenbold
Recording: 13.-15.7.2010, Ev. Bergkirche, Nirnburg am Kaiserstuhl
Recording producer & digital editing: Rainer Lenz, acoustic media, Freiburg
Editor & layout: Joachim Berenbold
Cover picture: "The Lady and the Unicorn", tapestry - Musée National du Moyen Age, Paris
Artist photos: Ellen Schmauss (www.ellenschmauss.de)
Translations:
Lindsay Chalmers-Gerbracht (English)
Sylvie Coquillat (français)
Daniela Pietrini (italiano)




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AMOR VINCIT OMNIA
...von irdischen und himmlischen Frauen

von Marc Lewon

Die Dichter des Mittelalters erhoben den berühmten Hexameter Vergils („Omnia vincit Amor: et nos cedamus Amori" — „Über alles siegt die Liebe, also lasst auch uns der Liebe nachgeben.") in Umstellung des ersten Halbverses zum Motto einer ganzen literarischen Epoche: „Amor/Die Liebe siegt über alles." Diese Devise prägte die Lyrik des Abendlandes spätestens seit die Trobadors mit ihrer Kunst, die sich in der Folge im deutschsprachigen Raum als „Minnesang" etablierte, die Höfe im Süden Frankreichs zu bereisen begannen. Dabei stand „Amor" als pars pro toto für die höfische Liebe schlechthin und wurde über Jahrhunderte hinweg zum Wahlspruch für Minnesänger und Dichter — wie man z.B. am Wappenschild des Alram von Gresten sehen kann, der im Codex Manesse ein weithin sichtbares „AMOR" zur Schau trägt. Auch ist es zentraler Begriff und Signalwort in vielen Liedern, wie dem auch hier aufgenommenen Amor mi fa cantar alla francescha. Diese Liebe in ihren verschiedenen Ebenen durchzieht als roter Faden das Programm der vorliegenden Einspielung: Als höfische Minne in den Chansons der Comtessa de Dia, und in den einstimmigen italienischen Liedern des Codex Rossi, in Form der Marienverehrung bei Oswald von Wolkenstein, als rustikales Liebesgeplänkel im Treib her, treib überher des gleichen Autors und mit sehr speziellem Lokalkolorit in den Cantigas d'amigo.

Doch waren es die Trobadors, die im Okzitanien des 12. Jahrhunderts den Anstoß zu all dem gaben. Neben der fin'amors, der hochhöfischen Minne, erforschten sie sehr bald die gesamte Bandbreite an Spielarten der Liebe und sogar einige adlige Frauen widmeten sich dieser Dichtkunst: Die Comtessa de Dia ist eine der wenigen Dichterinnen, von der uns Texte und sogar eine Melodie überliefert wurden. Ihre Texte A chantar m'er de so qu'ieu non volria und Ab foi et ab joven m'apais richten sich anklagend gegen den Liebhaber, und obwohl sie sich der üblichen Bilder des Minnesangs bedienen, so spielen sie das Spiel der höfischen Liebe mit umgekehrten Vorzeichen — aus dem Blickwinkel der „Beminnten". Das namengebende Lied des Ensembles — A chantar [1] — ist das einzige Lied der Trobairitz, das mit zugehöriger Melodie überliefert ist und eröffnet gewissermaßen als Markenzeichen alle Konzerte des Ensembles seit seiner Gründung. Zwar ist das Lied heutzutage sehr beliebt und oft gespielt und somit schon vertrauter Boden im Bereich der Alten Musik, es ist zugleich aber Ausgangspunkt und Programm für die individuelle Herangehensweise des Ensembles an die vorliegende Einspielung: Die Schlagworte und Grundkonzepte des Minnesangs werden hier wie in einem Exposé aus Sicht der Frau vorgestellt und eröffnen den Reigen der darauffolgenden Lieder. Wie die Comtessa in den Schlussstrophen selbst mitteilt, entsendet sie ihr Lied als einen Boten in die Welt. Und so lässt das Ensemble daraufhin eine Frau am anderen Ende des Kontinents, am finis terrae, antworten: Die Cantigas d'amigo [2-15] des Martin Codax sind eine zusammengehörende Gruppe von Liedern, geschrieben aus der Sicht einer Frau, die bei der  Stadt Vigo am Meer steht und ihren Geliebten ersehnt. In verschiedenen Szenen spielt sie in Gedanken und in Gesprächen unterschiedliche Gemütszustände ihres Wartens, der Sehnsucht nach dem Geliebten und dem liebenden Gedenken durch. Auch dieser Zyklus ist der neuzeitlichen Aufführungspraxis nicht ungeläufig. Viele Einspielungen einzelner Chansons und gar des gesamten Zyklus finden sich inzwischen in den CD-Regalen. Keine allerdings verschmilzt die Stücke derart in einen musikalischen Bogen, wie a chantar es in der vorliegenden Einspielung vorgenommen hat: Dass die 7 Lieder untereinander einen starken Bezug aufweisen und wie ein zusammenhängender Zyklus aufgefasst werden können, ist unbestritten. Anstatt sie aber schlicht als Einzelnummern hintereinander zu stellen, verbindet das Ensemble sie durch instrumentale Einschübe, die als Teile einer Estampie einen musikalischen Bogen über den gesamten Zyklus spannen. Dadurch sind die Cantigas d'amigo in der Interpretation von a chantar nicht einfach „sieben Lieder", sondern „ein Werk". Die in der Überlieferung fehlende Melodie der sechsten Cantiga wurde dabei durch eine Neukomposition ersetzt und die verbindende Estampie eigens unter Verwendung von musikalischem Material aus den Cantigas verfasst: Sie nimmt die jeweils zu erwartenden Motive vorweg und bahnt den nachfolgenden Liedern somit den Weg. Die Einheit aber erfährt zugleich eine Entwicklung, indem sich die Instrumentierung unablässig über den Zyklus hinweg verändert und an einer Stelle gar eine im Stil verwandte Cantiga de Santa Maria als instrumentalen Tanz in das Arrangement einbezieht. Die Interpretation entfaltet sich dabei dicht an den Gefühlslagen der einzelnen Cantigas. So entsteht eine Collage — reich an Facetten und doch als ein Ganzes.

Die Trobadors wirkten aber nicht nur entlang des Camino de Santiago zum spanischen Westen hin, sie beeinflussten auch tiefgreifend die Entwicklung des deutschsprachigen und italienischen Raumes; vor allem nachdem in Folge der Katharerkreuzzüge im 13. Jahrhundert die meisten Sänger nach Norditalien ausgewandert waren. Hier am Schnittpunkt beider Sprachräume — in Südtirol und in Venezien — fiel die Kunst der Trobadors auf fruchtbaren Boden. Als letzter der Minnesänger und prominentester Dichterkomponist des mittelalterlichen Südtirol gilt Oswald von Wolkenstein, der im starken Austausch mit Norditalien seine Lieder komponierte und seine deutschen Strophen auch auf italienische Kompositionen dichtete. Diese Gruppe von Stücken wird durch Keuschlich geboren [16] eröffnet, einem Lied, das bislang in noch keiner Aufnahme zu hören war, hiermit also eine Ersteinspielung darstellt. Es liegt als Zweittextierung der Melodie von Des himels trone in zwei verschiedenen Fassungen vor. Im eingespielten Arrangement wird das Lied mit der ersten Strophe einstimmig, gemäß einer der beiden Wolkenstein-Handschriften, vorgestellt und ab der zweiten Strophe wird die zweite Stimme der anderen Handschrift hinzugezogen, so dass nacheinander beide Versionen Oswalds erklingen. Diese außergewöhnliche Komposition mit ihrem archaisch anmutenden Satz entspringt vermutlich einer mündlichen Tradition, die selten Eingang in Handschriften fand und nur durch Oswalds Vermittlung und Akribie auf uns gekommen ist. Die instrumentale Istanpitta Parlamento [17] stellt die Verbindung zum norditalienischen Raum zur Zeit Wolkensteins im frühen 15. Jahrhundert her und vermittelt so zu Oswalds Übernahme und Neutextierung der italienischen Lauda Ave, mater, o Maria [18], einem weiteren, geistlichen Minnelied. Das äußerst selten aufgeführte und nur einmal vor über 30 Jahren eingespielte Treib her, treib überher [19] schließt diesen Bogen mit einem einstimmigen Lied Oswalds, das den lokalen Charme seiner Heimat Südtirol verströmt.

Sehr nahe Oswalds Heimat — im Veneto — entstand der sogenannte Codex Rossi, der uns mit der frühesten Überlieferung zur Musik des Trecento, der italienischen Epoche des 14. Jahrhunderts, versorgt. Drei der wenigen einstimmigen Ballate dieses Repertoires bilden den Kern des nächsten großen Abschnittes der vorliegenden Einspielung. Es handelt sich dabei um drei Lieder, die in der Tradition der „amour courtois", der höfischen Liebe, an eine Dame gerichtet sind, deren Name sich — und das ist das Besondere in diesem Fall — jeweils in der ersten Liedzeile auf doppeldeutige Weise verbirgt: Amor mi fa cantar alla FRANCESCHA [20], Lucente STELLA chel mio cor desfai [22] und Che ti ZO VA NAsconder el bel volto [24], sind je einer „Francesca", einer „Stella" und einer „Giovanna" gewidmet und vermitteln damit einen sehr persönlichen Zug innerhalb dieser normalerweise eher sinnbildlich verfassten Lyrik. Zwischen die Stücke dieser Einheit treten Instrumentalwerke, die zum einen in Form einer Diminuition über Maravillosos e piadosos [21] aus den Cantigas de Santa Maria den Rückbezug nach Okzitanien und Spanien herstellen, und zum anderen die Instrumentalkultur des Trecento mit einer Istanpitta-Fassung über das Fra mille corvi [23] von Giovanni da Firenze als eigenständige Entwicklung präsentieren.

Mit Ab joi et ab joven m'apais [25], dessen Text wieder aus der Feder der Comtessa de Dia stammt, dessen Melodie aber für diese Einspielung aus einer Chanson des nicht minder berühmten Trobadors Bernart de Ventadorn entlehnt wurde, schließt sich der Kreis. Die Spielarten der Liebe und die durchdringenden Einflüsse der Trobadors durch die Zeiten und Länder hinweg und der besondere Blickwinkel aus weiblicher Sicht finden zu ihrem Ausgangspunkt zurück.




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Amor vincit omnia

... of mortal and celestial women
by Marc Lewon

Medieval poets took the famous hexameter by Virgil ("Omnia vincit Amor: et nos cedamus Amori" — "Love conquers all, let us all yield to love.") condensed as a half-verse as their motto for an entire literary era: "Amor/Love conquers all". This aphorism shaped the character of Western lyrical poetry right back to the time of the Troubadours who began to travel between different courts in the South of France with their art-form which subsequently became established in the German-speaking world as "minnesong". The concept of "Amor" itself was already the pars pro toto for courtly love and remained the motto for minnesingers and poets for centuries, as can be seen for example in Alram von Gresten's coat of arms clearly displaying the word "AMOR" in the Codex Manesse. Amor was also a central concept and signal word in numerous songs such as the Amor mi fa cantar alla francescha included in this recording.

The subject of love on a variety of levels runs through the entire CD as a common theme: courtly love in the chansons by the Comtessa de Dia (Countess of Dia) and the monophonic Italian songs of the Codex Rossi, the adoration of the Virgin Mary in works by Oswald von Wolkenstein, a rustic love intermezzo in Treib her, treib überher by the same author and with a particular local atmosphere in the Cantigas d'amigo. In Occitania of the twelfth century, it was however the Troubadours who provided the initial impetus. Alongside the fin'amors, i.e. courtly love, they soon began to explore the entire spectrum of different types of love and several female aristocrats also became involved in this poetic movement: the Comtessa de Dia is one of the few poetesses whose texts and a single melody have survived up to the present day. Her poems A chantar m'er de so qu'ieu non volria and Ab joi et ab joven m'apais are in effect accusations made to the male lover and although they utilise the customary images of minnesong, they play the game of courtly love from the opposite perspective, i.e. from the angle of the female beloved, the "beminnte". The song which has given its name to the ensemble — A chantar [1] — is the only song by the Trobairitz [female Troubadour] in which both text and music have survived and this song has opened all concerts given by the ensemble ever since its establishment, quasi as their trademark. Although this popular song is nowadays well-known and a familiar element in the early music scene, it simultaneously highlights the starting point and individual approach undertaken by the ensemble on this recording: in this piece, the key words and underlying concept of minnesong are presented as a type of exposé from the woman's view and sets the tone for the subsequent series of songs. As the Comtessa personally communicates in the closing verses, she sends her song as a messenger into the world. The ensemble then permits a woman to provide an answer from finis terrae on the opposite side of the continent: the Cantigas d'amigo [12-15] by Martin Codax is a homogenous group of songs written from the viewpoint of a woman in the town of Vigo who is looking out to sea, and longing for her lover. In a number of scenes, she depicts the wide spectrum of emotions experienced while waiting, her longing for her lover and her loving thoughts. This cycle is also not unfamiliar to the authentic musical scene of today and numerous different recordings of individual chansons and occasionally the entire cycle can be discovered among the racks of CDs. There is however no other recording which integrates these pieces into such an interconnected musical whole as a chantar achieves in this recording: it is undisputed that the seven songs are very closely interrelated and can be performed in a unified cycle. Instead of merely performing each song one after another, this ensemble links up the individual pieces with sections of an Estampie functioning as instrumental interludes to span an arc encompassing the complete cycle. This transforms the Cantigas d'amigo in the interpretation by a chantar from a mere collection of seven songs to a single unified entity. The missing melody of the sixth Cantiga has been replaced here by a new composition and the connecting Estampie specifically incorporates musical material from the Cantigas, anticipating the expected motifs and paving the way for the subsequent songs. This unified whole however also undergoes a process of development as the instrumentation is altered constantly throughout the cycle, at one point even incorporating a Cantiga de Santa Maria as an instrumental dance into the arrangement. The interpretation unfolds along the emotional path taken by each Cantiga, producing a collage which is both richly multifaceted and yet part of a coherent entity.

The Troubadours were however not only active in north-western Spain along the Camino de Santiago, but also exerted a profound influence on the development of German- and Italian-speaking countries, particularly during the Cathar Crusades of the thirteenth century which prompted the majority of singers to migrate to the north of Italy. At this intersection between the two linguistic areas — in South Tyrol and Venetia — the art of the Troubadours fell on fertile soil. Oswald von Wolkenstein is considered as the last of the minnesingers and the most prominent poet-composer of South Tyrol in the mediaeval period: he composed his songs within an environment of lively exchange with Northern Italy and set German verses to Italianate compositions. This group of songs begins with Keuschlich geboren [16], a piece which has never been recorded before and therefore receives its première on this CD. The song has survived with two different texts set to the melody of Des himels trone. The arrangement on this recording begins with the first verse of this song in a monophonic interpretation corresponding to one of the two Wolkenstein manuscripts: from the second verse onwards, the second voice of the other manuscript is included so that both of Oswald's versions can be heard consecutively. This extraordinary composition with its archaic musical style most probably originated from an oral tradition which was seldom preserved in written form and has only survived up to the present day thanks to Oswald's conscientious notation in his manuscripts. The instrumental istanpitta Parlamento [17] establishes a connection with the northern Italian territory at the time of Wolkenstein in the early fifteenth century and leads on into Oswald's adaptation and provision of a new text for the Italian Lauda Ave, mater, o Maria [18], a further sacred minnesong. The very seldom performed song Treib her, treib überher [19], only once included in a recording from over 30 years ago, is the final piece of the group of songs by Oswald, a monophonic song exuding the local charm of the composer's native South Tyrol.

The so-called Codex Rossi originated in Veneto, not all that far from Oswald's sphere of activity. This collection acquaints us with the earliest surviving music from the Trecento, the Italian era of the fourteenth century. Three of the rare monodic ballatas from this repertoire form the core of the next section of this recording. These three songs are written in the tradition of the "amour courtois", i.e. courtly love, each addressing a particular lady whose name is — as a special feature of these songs — incorporated into the first line of each song in an ambiguous fashion: Amor mi fa cantar alla FRANCESCHA [20], Lucente STELLA chel mio cor desfai [22] and Che ti ZOVA NAsconder el bel volto [24] are each addressed to a "Francesca", a "Stella", and a "Giovanna", providing an intensely personal quality to this otherwise symbolic lyrical poetry. Instrumental works are interspersed between this group of three songs: the first makes a reference back to Occitania and Spain in the form of a diminution of Maravillosos e piadosos [21] from the Cantigas de Santa Maria, and the second presents the instrumental culture of the Trecento as an independent development with a version of an lstanpitta based on Fra mille corvi [23] by Giovanni da Firenze.

The recording comes full circle with Ab joi et ab joven m'apais [25], a further song penned by the Comtessa de Dia but set to a melody by the equally well-known troubadour Bernart de Ventadorn. The different types of love and the pervading influences recurring throughout all eras in the various countries and courtly love viewed from the woman's aspect here point the way back to their origins.




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