From Spain to Spain / Vox
A musical journey through historical times and geographic spaces





medieval.org
Erdenklang 20562 "Cross Culture"

1992







I. Entrada  [6:45]

II. Bells for the Virgin  [6:03]   CSM 256
based on textual and melodic fragments from Cantiga No. 256
[Quen na Virgen groriosa]

III. Maravillosos  [3:26]   CSM 139
based on textual and melodic fragments from Cantiga No. 139
[Maravillosos et piadosos]

IV. Guiding Star  [9:34]   CSM 49
based on Cantiga No. 49
[Ben com' aos que van por mar]

V. While the birds sing  [7:22]
text by Ibn al-Khatíb (1313-1375)
based on melodic fragments from Arab oral tradition

[Umzuj]

VI. Deus ex machina  [4:42]   CSM 77
based on Cantiga No. 77
[Da que Deus mamou o leite do seu peito]

VII. He who loves you  [4:33]
based on textual and melodic fragments from Moroccan oral tradition
[Man'habbak]

VIII. Miragre  [4:57]   CSM 32
based on textual and melodic fragments from Cantiga No. 32
[Quen loar podia]

IX. The Landlord / The Bearer of the Cups  [6:43]
text by Ibn al-Zuhr (1313-1198)
based on melodic fragments from Arab oral tradition

[Ajuha]









VOX   VOICES
Fadia El-Hage, Catherine Rey, Rose Bihler-Shah

VOX   CHOIR (Choir Director: Rose Bihler-Shah)
Robert Altmöder, Simon Berg, Martin Fogt, Mike Frey, Roger Hefele,
Oliver Kälberer, Clemens Kink, Steffen Müller Rabbe, Thomas Näbauer,
Thomas Reichenbach, Walter Tröbinger, Gregor von der Heyden

VOX   INSTRUMENTS
• Roman Bunka, ud [solos on I./V./VII./IX.], electric guitars [IV.], acoustic guitars
• Paolo Giuseppe Cecere, vielle, symphonia, al-anfir (medieval arab trumpet), shawm, voice [intro on IV.]
• Marika Falk, ethnic percussion (african & arab vase drums, latin & african percussion, water drums, berimbau)
• Vladimir Ivanoff, analog & digital synthesizers, sampling modules, sequencer programming, medieval organ, medieval and arab frame drums, santur, medieval lute
• Walter Weh, flute [V.], MIDI-sax [IX.]




Recording and Mix: January 1992, Jochen Scheffter, Downtown Studio München
Mastering: February 1992, W. Meyscheider, Studio Ulrich Kraus, Musikhochschule München
Producers: Vladimir Ivanoff / Ulrich Rützel

Cover Design: Dorothea Ritter
[Based on a detail from the painting The Pet Leopard by J.-J. Benjamin-Constant, 1845-1902]
With kind permission of Art Resource, N.Y.
Published by Erdenklang Musikverlag

From the CROSS CULTURE Music Collection
℗ + © 1992 by Erdenklang Musikverlag
Ulrich Rützel

Erdenklang
The Eclectic-Music Company




English liner notes










Von Spanien nach Spanien:

Musik, die Geschichten erzählt und selbst Geschichte ist. Ströme verschiedener Musikkulturen, die sich an verschiedenen historischen und geographischen Orten vereinigten und dann wieder - getrieben vom Strom der Geschichte - auseinander fließen mußten.

Eine musikalische Odyssee durch Spanien, Afrika und Südamerika ist mit einer Zeitreise durch die Jahrhunderte verbunden. Mittelalterliche spanische Cantigas und alte europäische und arabische Musikinstrumente werden folienartig von elektrischem Rai aus Marokko, südamerikanischen Rhythmen und elektronischen Klängen überlagert. Musikgeschichte simultan: die Musik von drei Kontinenten und die Geschichte der spanischen Musik vereinigen sich zu einem simultanen Erleben verschiedener Kulturen und Zeiten.


I. Entrada

Das Jahr 711 - eine neue Religion, eine neue geistliche und geistige Kraft dringt nach Europa, in das spanische Westgotenreich ein: der Islam. Die Araber bringen Krieg und Zerstörung - keine Neuigkeit für Europa. Sie bringen aber auch Neues oder in Europa seit langem Vergessenes: griechische Philosophie, Heilkunde, Kunst und Architektur, eine Musiktheorie, welche die europäische Musikgeschichte revolutioniert, und Musikinstrumente, aus denen sich die Mehrzahl der europäischen Musikinstrumente entwickelnwird.

Die mit dem Recht freier Glaubens-ausübung in den arabischen Kalifaten lebenden Christen nehmen Elemente des islamischen Koranvortrags in ihren liturgischen Gesang auf und schaffen den mozarabischen Choral. Der Lautenist Ziryáb flieht im 9. Jahrhundert wegen einer Auseinandersetzung mit seinem Lehrer von Bagdad nach Córdoba und begründet dort die arabo-andalusische Musiktradition. An den arabischen Höfen von Córdoba und Granada dichten und musizieren Künstler aus Orient und Okzident.


II. Glocken für die Jungfrau

Im Jahre 1031 zerfällt das Kalifat von Córdoba in einzelne kleine Königreiche. Das arabische Feindbild ist die Quelle eines neuen, gegenläufigen Kraftstroms: aus der ständigen Fehde zwischen spanischen Fürsten entwickelt sich ein Zusammenhalt der christlichen matamoros - Maurentöter. Die spanischen Christen des Nordens leiten im Namen der Jungfrau und der Heiligen eine Offensive ein, die das gesamte künftige Weltbild verändernwird. König Ferdinand I. von Kastilien erobert im 11. Jh. León. Sein Sohn, Alfons VI. dringt 1082 bis nach Gibraltar vor und gewinnt drei Jahre später Toledo. Ein Glücksritter aus Burgos, Rodrigo Diaz, genannt „El Cid", kämpft als Söldner abwechselnd auf arabischer und christlicher Seite und erobert 1094 Valencia. Denn: „Wer in die Jungfrau seine ganze Hoffnung setzt, den wird sie gut beschützen."


III. Maravillosos

Der Kraftstrom der katholischen Reconquista nährt neue Zentren der europäischen Kultur: in den Klosterzentren Spaniens werden Geistliche aus ganz Europa in den Künsten, den Wissenschaften und der Musik ausgebildet. Im Scriptorium (Schreibstube) des Klosters Ripoll entstehen im 10. und 11. Jh. Handschriften mit mozarabisch beeinflußten Hymnen und Chorälen. Die 72 Säulen des Kreuzganges von San Cugat tragen zu einem Viertel Tierdarstellungen, die aus der indischen Tradition stammen und Symbole für verschiedene Tonhöhen sind. Die Sonnenstrahlen fallenwährend eines Tagesablaufs auf die verschiedenen Säulenkapitelle und zeigen so die Töne der Hymne für den Heiligen Cugat an. Das Kloster Montserrat war seit seiner Gründung im 11. Jahrhundert ein kulturelles Zentrum ersten Ranges; einige der Mönche dort hatten an weit entfernten Universitäten wie Paris oder Bologna studiert. Einer von ihnen verfaßte eine Musikhandschrift, in der kirchliche Tänze festgehalten sind.


IV. Leistern

In Jaffa wurde im ersten Jahrhundert Jakob geboren. Jacob - Jago - Santiago ging nach Spanien, um dort zu predigen. Später kehrte er nach Jerusalem zurück. Ein Jahrzehnt nach dem Tode Jesu wurde er von Herodes Agrippa geköpft. Seinen Leichnam brachte man nach Spanien und begrub ihn dort. Im 9. Jahrhundert entdeckte ein Eremit das Grab, von dem, wie gesagt wird, ein Lichtschein ausging. Heute nennt man diesen Ort St. Jakob im Sternenfeld: Santiago de Compostela. Pilger aus ganz Europa gingen und ritten im Laufe der Jahrhunderte über den Camino de Santiago, den Weg nach Santiago. Zahlreiche Abenteuer widerfuhren ihnen dort, darunter viele mystische Erscheinungen und Wunder.
Etwa 400 dieser Wunder wurden von Alfons X., dem Weisen, in den Cantigas de Santa Maria gesammelt. Alfonso el Sabio versammelte maurische Gelehrte, Dichter und Sänger, aber auch die provenzalischen Troubadours um sich; denn sein größter Wunsch war es - wie er in der Widmung der Cantigas-Handschrift schreibt - daß die Mutter Gottes ihn als ihren Troubadour erhört. Alfons regierte von 1252 bis zu seinem Tod im Jahre 1284. In dieser Zeit förderte er in beispielhafter Weise Musik und Musiker, Dichter, Gelehrte, Astronomen, Künstler und Philosophen. Alfons' Hofhaltung in Barcelona und Toledo war ein Ort, an dem Spielleute und Poeten, jüdische und maurische Barde und Geschichtenerzähler, Troubadours aus Frankreich und dem Deutsçhen Reich zusammentrafen. In den Cantigas trifft Christliches und Maurisches zusammen: Dichtungen in Form des arabischen zejel, mit orientalischem Musikinstrumenten ausgeführt, stoßen auf lateinische Choräle römischer Tradition. In den Cantigas de Santa Maria finden wir den Nucleus des Schmelztiegels, den man spanische Musik nennt: jüdische Lieder, die musikalischen Spuren der arabischen Eroberer, den Flamenco und vieles mehr. Der Leitstern des Hlgn. Jacob führte zahllose Menschen auf den Weg zum Sternenfeld. Ihre Wanderungen, festgehalten in den Cantigas und den Reliefs über den Portalen der zahllosen Kirchen auf dem Jacobsweg definieren für die westliche Welt bis heute den Begriff des Reisens.


V. Wenn die Vögel singen

Granada ist im 15. Jahrhundert die wohlhabendste Stadt Spaniens. Trotz der ständig wachsenden Bedrohung durch die christlichen Könige blüht dort der Handel und damit auch Architektur, Literatur, Naturwissenschaften und die Musik. In den letzten Tagen des Maurenreiches genießt man in der Alhambra das Leben in vollen Zügen. Die rauhen Krieger der afrikanischen Berge hatten sich zu Dichtern, Gelehrten und Künstlern entwickelt. Das Innere des Alhambra-Palasts ist in Stein geformte Musik. Wie in der arabo=andalusischen Kunstmusik, der núba, pflanzen sich Ornamente auf dem leichtgewichtigen Baumaterial scheinbar endlos fort. Zypressen, Orangenbäumejasmin und Myrtensträucher durchdringen den ganzen Palast mit verschiedenen Düften. Das überall in Brunnen gegenwärtige Wasser ist für die ehemaligen Wüstenbewohner der wertvollste Bestandteil von allen. Es dient gleichzeitig als Augenweide und als Ohrenschmaus. Vom duftendenWindhauch, dem Plätschern des Wassers und dem Gesang der Vögel handelt auch die Poesie des araboandalusischen Kunstlieds, der muwaššah.


VI. Deus ex machina

machina: lateinisch für „Belagerungsmaschine / Gerüst zur Ausstellung verkäuflicher Sklaven."
Durch die Heirat von Isabella und Ferdinand werden 1469 Kastilien und Aragon zusammengeschlossen. Die Vermählung von Machtpolitik, Glaubenseifer und Naturwissenschaft ist die Quelle eines neuen Kraftstroms. Er spült im Jahre 1492 die spanischen Juden und Muslime aus Europa und läßt in seiner Flutwelle Kolumbus Amerika entdecken. Los Reyes Católicos- die Katholischen Könige - schaffen den Gott aus der Maschine: Hölzerne Maschinen belagern das arabische Granada, auf hölzernen Maschinen werden von der Inquisition Juden, Araber und Häretiker abgeschlachtet, auf hölzernen Maschinen reisend entdeckt man die Neue Welt, und auf hölzernen Maschinen werden die amerikanischen Indianer als Sklaven verkauft. Die Neuzeit hat begonnen.


VII. Der Dich liebt

Mit dem Exodus von Juden und Arabern und der spanischen Kolonisation werden viele Elemente der spanischen Kultur, der iberischen Musik, über das Mittelmeer nach Afrika und den Atlantik nach Amerika getragen. Die Musik der maurischen Eroberer, die sich in den vergangenen Jahrhunderten mit anderen Musikstilen Spaniens vermengt hatte, war schon von Anfang an mit musikalischen Elementen aus dem Westsudan und Südafrika durchsetzt. In Amerika verschmolz in den folgenden Jahrhunderten die Musik von drei Kontinenten: Europa - Afrika - Neue Welt.


VIII. Miragre

Auch die Maschinerie des spanischen Katholizismus war kein dauernd währendes Wundermittel. Die Neue Welt, lange Zeit unter dem Einfluß katholischen Kolonisationsgeistes, nahm die fremden. kulturellen und politischen Strömungen in sich auf, ließ ein kulturelles Amalgam entstehen, welches heute den früher allgegenwärtigen spätmittelalterlichen christlichen Geist welt in den Hintergrund treten läßt. Musikalische Weltherrschaft hat heute die Strömung afro-amerikanischer Rhythmen, die früher lernwillige Stiefkinder der europäischen Kolonisation waren.


IX. Träger der Kelche

Der Geist des Mittelalters, der Traum einer Zivilisation in der drei Weltreligionen friedlich miteinander leben können, ist nie ganz untergegangen. Seien es die Nachkommen der aus Spanien vertriebenen sephardischen Juden in Salt Lake City oder Nordafrika oder die Abkömmlinge der arabo-andalusischen Mischkultur im heutigen Spanien; in kleinen Wirtshäusern und Tavernen in vielen verschiedenen Ländern singt man noch heute ein Trinklied mit arabischspanisch-jüdischem Text. Der Wirt, den die durstigen Trinker um noch einen Becher Wein anflehen, kann Gott, Jehova oder Allah sein; der Becher Wein, den der Wirt nur widerwillig ausschenkt, ist die kleine Spanne von Leben, welche alle Menschen sich zu dem ihnen angewiesenen Maß hinzu ersehnen.

© 1992 Dr. Vladimir Ivanoff






From Spain to Spain


Music which relates stories and is itself history. Currents of various music cultures which converged at different historical and geographical points and then - driven by the course of history - had to drift apart again.
A musical Odyssee through Spain, Africa and South America is bound up with a journey in time through the centuries. Mediaeval Spanish cantigas and old European and Arabic musical instruments are foil-like overlain by the electric rai from Morocco, South ~ American rhythms and electronic sounds. Simultaneous music history: the music of three continents and the history of Spanish music blend into a simultaneous experience of varied cultures and time.

I. Entrada
The year 711 - a new religion, a new spiritual and intellectual force, pushes its way into Europe, into the Spanish realm of the Western Goths : Islam. The Arabs bring with them war and destruction - nothing new for Europe. But they also bring something new, or long since forgotten, in Europe: Greek philosophy, medicine, art and architecture, a music theory which revolutionises European music history, and musical instruments from which the majority of European instruments will evolve. Christians living in the Arab caliphates and quite freely practising their religious beliefs, take over elements of Islamic Koran reading in their liturgical vocal style and develop Mozarabic singing. Following a dispute with his teacher, the flute player Ziryáb flies in the 9th century from Baghdad to Córdoba and establishes the Arabo-Andalusian music tradition. Artists from the Orient and Occident write poems and make music at the Arab courts of Córdoba and Granada.

II. Bells for the Virgin
In the year 1031 the caliphate of Córdoba degenerated into small independent kingdoms. The concept of the Arab as an enemy is the source of a new, counter-moving power potential: the constant feuding among the pettry Spanish princelings develops into cohesion of the Christian matamoros = Moorkillers. In the name of the Holy Virgin and of the saints, the Spanish Christians of the North launched an offensive which was to change entirely the future conception of the world. King Ferdinand I of Castile in the 11th century conquered León. In 1082 his son Alfonso VI advanced to Gibraltar, and three years later captured Toledo. An adventurer from Burgos, Rodrigo Diaz, called "El Cid", fought as a mercenary alternately on the Arab and Christian side, and in 1094 conquered Valencia. For: "He who places all his hope in the Virgin shall enjoy her good protection."

III. Maravillosos
The impetus of the Catholic Reconquista nourished new centres of European culture. In Spain'ss monastery regions priests from all over Europe were trained in the arts, the sciences and music. In the scriptorium (writing room) of Ripoll monastery handwritten documents were produced in the 10th and 11th centuries with Mozarabic influenced hymns and plainsong. A quarter of the 72 pillars of the San Cugat cloister bear depictions of animals originating from the Indian tradition, and are symbols for various tonal pitches. In the course of a day the sun's rays shine on the various pillar capitals and indicate the notes of the hymn to Saint Cugat. Since its foundation in the 11th century the monastery of Montserrat was a cultural centre of the highest order, some of the monks there had studied in far distant universities, such as Paris or Bologna. One of them produced a music manuscript documenting church dances.

IV. The Guiding Star
Jacob was born in Jaffa in the first century. Jacob - Jago - Santiago went to Spain to preach. Later he returned to Jerusalem. One century after the death of Jesus he was beheaded by Herodes Agrippa. His body was taken to Spain and buried there. In the 9th century a hermit discovered the grave, which was said to give off a gleam of light. Today this place is called St. Jacob in the Field of Stars: Santiago de Compostela. Throughout the centuries pilgrims from all over Europe walked and rode over the Camino de Santiago, the path to Santiago. They experienced many adventures there, including mystical visions and miracles. About 400 of these miracles were collected by Alfonso X the Wise in the "Cantigas de Santa Maria". Alfonso the Wise gathered about him Moorish scholars, poets and singers, as well as the troubadours from Provence. As he wrote in the dedication of the Cantigas Manuscript, his greatest wish was that the Mother of God should hear him as her troubadour. Alfonso reigned from 1252 until his death in 1284. During this period he encouraged in an exemplary manner music and musicians, poets, scholars, astronomers, artists and philosophers. Barcelona and Toledo, where Alfonso held court, were gathering points for actors and poets, Jewish and Moorish bards and storytellers, troubadours from France and the German realm. The songs of the wise king tell of events along the pilgrims' path. To a major extent the places still exist where all this happened, and are still visited down to the present day. Christian and Moorish elements meet in the Cantigas, poetry in the style of the zejel, recited to oriental instruments, confronts Latin plainsong in the Roman tradition. In the Cantigas de Santa Maria we discover the nucleus of the melting-pot which is called Spanish music: Jewish songs, the musical traces of the Arab conquerors, the flamenco and a great deal more. The guiding star of SaintJacob led countless people on the path to the field of stars. Their wanderings, set down in the Cantigas and reliefs above the portals of innumerable churches on the path to Jacob to the present time define for the Western world the essence of travel.

V. While the birds sing
In the 15th century Granada is Spain's most prosperous city. Despite the constantly growing threat from the Christian kings, trade is flourishing there, and with it also architecture, literature, the natural sciences and music. In the last days of the Moorish realm life in the Alhambra is being enjoyed to the full. The rough warriors of the African mountains had developed into poets, scholars and artists. The interior of the Alhambra palace is music shaped in stone. As in Arabo-Andalusian art music, the núba, the ornaments on the lightweight building material, proliferate in a seemingly endless process. Cypresses, orange trees, jasmin and myrrh bushes permeate the whole palace with various scents. For the former desert dwellers the most important aspect of all is that water in fountains was present everywhere. It is simultaneously a feast for the eyes and a delight for the ears. The scented breath of air, splashing of the water and the singing of the birds are also referred to in the poetry of the Arabo-Andalusian art song, the muwaššah.

VI. Deus ex machina
machina: Latin for "besieging machine / Platform for displaying slaves for sale."
As a result of the marriage of Isabella and Ferdinand, Castile and Aragon amalgamate in 1469. The marriage of power politics, religious zeal and natural science is the source of yet another new impetus. In 1492 it washes away the Spanish Jews and Muslims from Europe, and in its tidal wave enable Columbus to discover America. Los ReyesCatólicos - the Catholic kings - create god from the machine: timber contraptions besiege Arab Granada, the Inquisition slaughter Jews, Arabs and heretics on wooden instruments of torture, the New World is discovered with the help of timber ships and on wooden platforms American Indians are sold as slaves. The modern age has begun.

VII. He who loves you
With the exodus of Jews and Arabs, and Spanish colonisation, many elements of Spanish culture, of Iberian music, are borne across the Mediterranean to Africa and the Atlantic to America. The music of the Moorish conquerors, which in the preceding centuries had fused with other music styles of Spain, had from the very outset been interspersed with musical elements from West Sudan and South Africa. In America in the succeeding centuries the music of three continents blended: Europe, Africa and the New World.

VIII. Miragre
Nor was the machinery of Spanish Catholicism an enduring magic potion. The New world, for a long period under the influence of Catholic colonisation spirit, soaked up the alien cultural and political currents and let a cultural amalgam come about which today pushes way into the background the formerly omnipresent late Middle Ages Christian spirit. Musical world domination today is held by the current of Afro-American rhythms, which were previously the eager-to-learn stepchildren of European colonisation.

IX. The Landlord / The Bearer of the Cups
The spirit of the Middle Ages, the dream of a civilisation in which the three world religions can live in peace with each other, has never been entirely abandoned. Whether it is descendants of the SephardicJews driven out of Spain and now in Salt Lake City or North Africa, or the progeny of Arabo-Andalusian mixed culture in present-day Spain: in little wine bars and taverns in many different countries a drinking songs is still sung today with an Arab-Spanish Jewish text. The landlord, to whom the thirsty drinkers plead for another glass of wine, can be God, Jehovah or Allah. The cup of wine, which the innkeeper only reluctantly pours out, is the little span of life which everybody yearns for in addition to his allotted time.

©1992 Dr. Vladímir Ivanoff
english translation: Frederick A. Bishop





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